| Mit der Ankündigung des Hilfspakets im Umfang von EUR 750 Mrd. der EU/Eurozone sowie des Internationalen Wäh-rungsfonds erholten sich die internationalen Aktienmärkte zu Beginn der vergangenen Woche deutlich. Die angekündigten Massnahmen haben ihre Wirkung nicht verfehlt: Die Zinsauf-schläge für Staatsanleihen der PIIGS im Vergleich zu deut-schen Staatsanleihen reduzierten sich deutlich: Diejenigen von Griechenland reduzierten sich von knapp 10% (!) auf 4%, bei den portugiesischen Papieren ging der Aufschlag von knapp 4% auf 1.5% und bei den spanischen von knapp 2% auf 1% zurück. Das Ziel des Rettungspaketes wurde somit erfüllt, und man hat nun Zeit gewonnen, das Problem, die exorbitanten Staatsverschuldungen und die Budgetdefizi-te, anzugehen. Die Konsolidierung der Staatshaushalte und die Umsetzung der aufgesetzten Sparprogramme muss nun ohne Abstriche zügig umgesetzt werden.
Trotz Rettungspaket ist der Euro in den vergangenen Tagen unter Druck geblieben und hat ein neues Mehrjahrestief erreicht, was zu erwarten war. Das Ziel war, den Euro zu retten, und der Preis dafür ist ein schwacher Euro. Wir gehen davon aus, dass sich dies in den kommenden Wochen nicht ändern wird. Aus EU-Sicht der Konjunktur ist ein schwacher Euro grundsätzlich sowieso erwünscht, macht es doch die Euro-Staaten konkurrenzfähiger im internationalen Ver-gleich. Für die Schweiz und insbesondere die Schweizer Exportwirtschaft wird der schwache Euro zunehmend zur Belastung, und wir rechnen damit, dass die SNB mit Interven-tionen versuchen wird, die Marke von 1.40 zu halten. In der zweiten Wochenhälfte verzeichneten die internationa-len Aktienmärkte Verluste, da unter den Anlegern die Sor-gen, dass die Sparprogramme innerhalb der Eurozone die wirtschaftliche Erholung beeinträchtigen könnte, wuchsen. Auch die Rohstoff- und Ölpreise notierten deutlich schwä-cher, und Bankaktien zählten aufgrund ihrer Engagements in griechischen sowie in Papieren anderer Euroländer mit schwacher Fiskalpolitik zu den grössten Verlierern. Der fiskalpolitische Exit, der nicht nur in Südeuropa, sondern auch in den USA, England, Frank-reich und Deutschland nun in Angriff genommen werden muss, birgt natürlich konjunkturelle Risiken, und das Wachstum in der Eurozone dürfte weiterhin schwach bleiben. Ein Double-Dip-Szenario halten wir aber nach wie vor für unwahrscheinlich. |