Säule 3a in der Schweiz – welche Bestimmungen gelten?

(Stand 2020) Angestellte können in der Säule 3a im Jahr 6828 Franken, Selbständige ohne Pensionskasse bis zu 34’128 Franken im Jahr einzahlen, im Maximum jedoch 20 % des steuerbaren Einkommens.

Langfristiges Sparen mit der Säule 3a lohnt sich: Die Säule 3a wird tendenziell besser verzinst als Sparguthaben und wirkt steueroptimierend. Ausserdem zwingt diese Sparform zu einem disziplinierten Umgang mit Geld. Der Bezug kann ohne Begründung max 5 Jahre vor dem ordentlichen AHV-Alter bezogen werden. Der Bezug von Säule 3a Gelder wird separat vom Einkommen versteuert. Um die Progression zu brechen, kann man Teilbezüge für selbstbewohntes Wohneigentum machen, Säule 3a und Säule 2 in verschiedenen Steuerjahren beziehen und allenfalls mehrere Konten und somit weitere gestaffelte Auszahlungen machen. Je nach Kanton werden jeweils 5 Jahre zusammen genommen. Hier ist eine Koordination besonders wichtig.

Wie werden Säule-3a-Vermögen vererbt?

Im Todesfall während der Sparzeit, werden die Säule 3a Gelder an die Erben ausgeschüttet. Für diejenigen, denen diese Vermögenswerte zukommen, gilt ein reduzierter Steuersatz. Ein solcher wird ja auch angewandt, wenn Säule-3a-Sparer ihr Guthaben selbst beziehen.

Allerdings sind Vorsorgekonten und Vorsorgefonds rechtlich nicht Teil des Nachlasses, sondern Gelder, die separat und direkt an begünstigte Personen ausbezahlt werden. Nach Auskunft des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) soll die laufende Erbrechtsreform nun abschliessend klären, inwiefern 3a-Guthaben dem Erbrecht unterworfen sein sollen.

Wer das Geld bekommt, regelt im Moment eine „Begünstigtenordnung / Begünstigungsklausel“.

Folgende Begünstigung ist zwingend:

  1. Der Ehepartner und eingetragene Partner zu 100 %
  2. Beim fehlen eines Ehepartners, die Kinder (direkte Nachkommen) und Personen die vom Besitzer der Säule 3a „erheblich“ unterstützt worden sind, mit denen mindestens 5 Jahre vor dem Tod ununterbrochen eine Lebensgemeinschft bestand, zu 100 %. Je nach Konstellation können auch einzelne Personen daraus bevorzugt begünstigt werden. Die Rechtssituation ist hier momentan noch umstritten.

Ab dem 3. Rang kann die Begünstigung selbst gewählt werden. Sollte dies nicht schriftlich vereinbart sein, werden die Eltern, dann die Geschwister und zuletzt die übrigen Erben begünstigt.

Bezug Säule 3a Gelder?

Bei Geldnot können die Gelder einer Säule 3a nicht einfach bezogen werden. Da diese Sparform steuerlich begünstigt wird, mit dem Ziel Altersarmut und Wohlstand im Alter zu erzielen, gibt es folgende Bezügsgründe:

  1. auf von selbst bewohntem Wohneigentum, Rückzahlung von Hypotheken, und Renovationen von selbst bewohntem Wohneigentum. Auch die Verpfändung von Wohneigentum mithilfe von Säule-3a-Mitteln ist möglich, wobei dies genau genommen kein vorzeitiger Bezug ist.
  2. Einkauf in die zweite Säule (Steuerneutraler Transfer)
  3. Neue berufliche Selbständigkeit (wird voraussichtlich abgeschafft, da viele Personen das Geld verprasseln und dann der Vorsorgegedanke nicht mehr zum tragen kommt)
  4. Auswanderung (definitives Verlassen der Schweiz)

Berechtigt zu einem vorzeitigen Bezug sind auch volle IV-Bezüger, bei denen das Invaliditätsrisiko nicht durch eine Zusatzversicherung abgedeckt ist.

Versuche, zum Schein eine Selbständigkeit oder einen Wohnsitz im Ausland zu errichten, dürften in den meisten Fällen scheitern. Selbständigkeit muss von der AHV anerkannt werden, und Auslandswohnsitze müssen nachgewiesen werden. Es sind nicht nur die Behörden, sondern auch die Vorsorgestiftungen selber, die solche Nachweise verlangen.

Kann man bei Arbeitslosigkeit weiter in die Säule 3a einbezahlen?

Zu Einzahlungen in eine Säule-3a sind alle, die ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen erzielen. Auch bei Arbeitslosen sind es 6826 Franken, die im Jahr einbezahlt werden können. Dies gilt, solange jemand Taggelder bezieht, denn diese werden wie AHV-pflichtiges Einkommen betrachtet.

Kann man aus Auslandschweizer in die Säule 3a einzahlen?

Man muss, um Geld in die Säule 3a einbezahlen zu können, in der Schweiz angemeldet sein. Wer mit Sack und Pack ins Ausland gezogen ist, kann keine Gelder in die Säule 3a mehr einbezahlen.

Wer sich in der Schweiz abmeldet, kann sich das Vorsorgegeld auszahlen lassen. Möglich ist aber auch, ein Säule-3a-Konto in der Schweiz ruhen zu lassen.

Wenn das Geld dann im Umfeld des Pensionsalters zur Auszahlung kommt, wird es zunächst von der Schweiz besteuert, möglicherweise aber auch von einem anderen Land. Ausschlaggebend ist, ob Sozialversicherungsabkommen wie mit den EU- und EFTA-Ländern bestehen, oder ob die Schweiz ausserhalb dieser Länder Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen hat oder nicht.

Können in der Schweiz lebende Ausländer eine Säule 3a eröffnen?

Wer in der Schweiz arbeitet und ein AHV-pflichtiges Einkommen hat, kann einzahlen, unabhängig vom Pass. Wenn ausländische Arbeitnehmer mit C-Ausweis quellenbesteuert sind, müssen sie zwecks Steueroptimierung daran denken, ihre Einzahlungen den zuständigen Stellen mitzuteilen. Ein Steuerrückerstattungsgesuch erhalten Sie bei den kantonalen Steuerbehörden und ist in der Regel im Internet auffindbar.

Ausländer, welche die Schweiz wieder verlassen, können sich ihr Vorsorgegeld auszahlen lassen und die Auszahlung fällt dann unter die Quellensteuer. Folgendes ist sinnvoll: Spätestens vor der Auszahlung soll das Geld in eine Vorsorgestiftung in einem steuergünstigen Kanton überwiesen werden (meistens wird Schwyz empfohlen), wodurch am wenigsten Steuern anfallen.

Können auf Säule-3a-Konten Negativzinsen erhoben werden?

Laut dem BSV (Bundesamt für Versicherungen) wäre dies möglich. Die Säule 3a kennt nicht wie etwa die berufliche Vorsorge eine gesetzlich geregelte Mindestverzinsung.

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